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Deutsche Jugendmeisterschaft

Amira Bretschneider wird zweifacher Deutscher Jugendmeister – Wir gratulieren!!!

Amira Bretschneider, Katja Prietzschk und Ines Werner vertraten die Hönower Islandpferde auf der Deutschen Jugendmeisterschaft auf dem Kronshof bei Dahlenburg

Hier der Erfahrungsbericht von Katja Prietzschk


21.07.2009 - Dienstag

Um Viertel vor Acht trafen wir uns früh morgens auf dem Hof. Es herrschte noch himmlische Ruhe und nur das Rascheln von Stroh und Schnauben zufriedener Pferde konnten wir hören. Schnell und klammheimlich holten wir uns das Futter für unsere Pferde aus der Futterkammer und holten danach unsere Pferde aus dem Paddock. Tjörn und Arved waren sichtlich verwirrt, so früh schon aus ihren ,,Schlafgemächern“ geholt zu werden und frecherweise noch dazu ohne Futter!! Nur Dyna wusste, dass es heute wieder auf Reise gehen würde, da sie den Ablauf ja schon kannte.
Am Unterstand angebunden bekamen unsere Drei endlich ihr heiß geliebtes Futter. Während man nur noch ein genüssliches Schmatzen hörte, bewaffneten wir Mädels uns mit Putzzeug und Schweifbandage und machten unsere Isis transportfähig.
Nach einer Weile hob sich ein Kopf nach dem anderen vom Futtereimer und zeigte uns, dass sie doch mit Fressen fertig seien. Schnell schnappten wir uns die Kleinen und führten sie einen nach dem anderen auf den Hänger. Zuerst Tjörn, dann Dyna und zum Schluss Arved. Alles klappte wie geschmiert und niemand verweigerte auf den Hänger zu gehen.
Dann begann die große Reise. Mit dem Hänger vorweg, fuhren insgesamt drei Autos den Pferden hinterher. Die Fahrt verlief eigentlich ganz ruhig, nur ein verrückter Busfahrer nervte uns mit seiner eigenartigen Fahrweise.
Nach knapp der Hälfte der Strecke machten wir eine Pause auf einem Rastplatz. Wir schauten nach den Pferden, ob es ihnen auch wirklich gut ging. Beim Öffnen der vorderen Tür schauten uns drei neugierige Pferdeköpfe mit großen Augen an. Da es die erste größere Fahrt für den kleinen Tjörn war, war dieser sehr aufgeregt und zitterte kurzzeitig, worauf wir ihn natürlich sofort beruhigten.
Dann ging die Fahrt weiter und nach schätzungsweise zwei weiteren Stunden waren wir auch endlich auf dem Kronshof angekommen. Der Hänger wurde in dem zuvor abgesteckten Areal der Berlin-Brandenburger geparkt und die Pferde holten wir sofort vom Hänger. Tjörn, Dyna und Arved ließen wir dann ein Weilchen am Führstrick grasen, bis unsere Eltern die Koppeln für die Drei gebaut hatten. Wir ließen sie nun auf die Weide und versorgten sie noch mit Wasser. Nun gingen wir zur Meldestelle, um zu sagen, dass wir nun angekommen seien.
Jetzt schon ritten andere Reiter auf der Ovalbahn ihre Pferde. Die Berlin-Brandenburger durften erst ab 16.00 Uhr auf die Bahn und so hatten wir noch ein wenig Zeit um unsere Quartiere, die in der Nähe des Kronshof waren, zu beziehen. Ines wartete auf ihre Großeltern, die wieder ihren Wohnwagen mitbrachten, in dem Ines übernachten würde.
Rechtzeitig machten wir unsere Pferde zu 16.00Uhr fertig und arbeiteten dann mit ihnen die Übungen, die uns unsere Trainerin zur Vorbereitung gegeben hatte, durch. Zufrieden sattelten und duschten wir sie am vorhandenen Duschplatz ab und stellten sie zurück in ihre Paddocks. Abends bekamen die Isis noch ihr Futter und wurden von uns dann auch in Ruhe gelassen. Wir füllten nur ab und zu die Tränken auf.
Nun wurde zusammen mit den anderen Berlin-Brandenburgern schön lecker gegrillt. In dieser gemütlichen Atmosphäre wurden auch die nächsten Tage besprochen, was wir alles so machen werden und was alles stattfinden wird. Es wurden auch noch einige Berlin-Brandenburg-Shirts und Cappies verteilt, die in den nächsten Tagen fleißig von uns getragen werden. Zum Schluss wurde noch einmal der Tanz der Berlin-Brandenburger geübt, den sie am Donnerstag dann vorführen werden.


22.07.09 - Mittwoch

Für unsere Pferde begann der Tag heute um sieben Uhr. Sie bekamen schon ihr Futter so früh, da Ines ihre erste Prüfung mit ihrem Tjörn um 8:30 Uhr hatte. So gegen acht Uhr, nachdem das Futter so einigermaßen verdaut war, wurde der Braune aus seinem Paddock geholt und geputzt bzw. gesattelt. Nach dem Warmreiten noch ein paar Miniminütchen warten und schon ging es los in die erste Viergangprüfung in der Kinderklasse L. Für uns als Zuschauer ruhte der Blick immer nur auf Ines und Tjörn. Zuerst der Tölt, dann der Trab, der Schritt und zum Schluss der Galopp. Alle Aufgabenteile meisterten die beiden mit Bravur. Die Noten der dortigen fünf Richter fielen nicht ganz so gut wie erhofft aus, aber wir waren zufrieden. Aber am aller Wichtigsten ist, dass die Reiterin zufrieden war mit ihrem Isi.
Nun wurde der Tjörn auf schnellstem Wege abgesattelt und noch mit Leckerlis versorgt und wieder zurück auf die Koppel gebracht, wo die Pferde dann frisch mit Heu versorgt wurden. Gegen 11 Uhr hatten wir dann Langeweile. Die Pferde waren versorgt und wir hatten schon seit ein und einer halben Stunde uns die Prüfungen anderer Reiter angeschaut. Da keiner von uns dreien in den nächsten zwei Stunden reiten musste beschlossen Ines, Katjas Freundin Suffl und Katja mit Katjas Mutter eine Spazierfahrt zu machen und uns mal in der Innenstadt Dahlenburgs umzuschauen. Jedoch fanden wir nicht viel. Also sind wir (nach einem kleinen Abstecher zu Mc Donalds) wieder zurückgefahren, sodass wir so gegen ein Uhr wieder auf dem Turnierplatz waren. Kurz, nachdem wir wieder angekommen waren, holte Amira ihre Dyna aus dem Paddock und machte sie fertig für den Fünfgang. Nach anfänglicher Aufregung und kurzem Aufwärmtraining von Kiki (der Jugendkadertrainerin) ging es dann auch schon in die Bahn. Nun konzentrierte sich jeder von uns auf Amira. Sogar die anderen Berlin-Brandenburger feuerten sie an. Wie immer schaute die junge Reiterin wieder angestrengt, ritt dafür aber auch exzellent. Nach dieser anstrengenden Prüfung wurde auch Dyna wieder auf die Koppel entlassen. Später schauten wir dann zusammen auf die Ergebnislisten, die nun aushingen. Ines war leider nicht so erfolgreich und hatte den 39. Platz erreicht. Amira war hingegen erfolgreicher. Sie hatte den zweiten Platz erreicht und würde nun am Sonntag im Finale um den Titel Deutscher Jugendmeister reiten.
Viel mehr passierte auch an diesem Tag nicht mehr. Am Abend fand dann noch der Länderabend statt, an dem die einzelnen Bundesländer typische Speisen und Getränke zum Verzehr bereitstellten. Der Abend klang so noch gemütlich aus.


23.07.09 - Donnerstag

Heute wurde mal wieder um die normale Uhrzeit gefüttert. Niemand von uns Dreien hatte heute eine Prüfung. Das hieß für uns: faulenzen, faulenzen und nochmals faulenzen. Am Vormittag saßen wir stundenlang an der Ovalbahn und schauten uns viele Prüfungen an. Das Wetter war nicht sehr beständig. Es regnete zwischendurch immer mal, sodass das ganze Publikum in das große Gastronomiezelt flüchtete. Wir nicht. Gut ausgerüstet mit Regenjacke, Gummistiefeln und Regenschirm saßen wir da, und saßen da und saßen da, die ganze Zeit lang. So gegen Mittag hatten wir beschlossen, dass die Pferde nicht so faul den ganzen Tag im Paddock herumstehen sollten. So schnappten wir uns die Isis so gegen Mittag und gingen mit ihnen über den gesamten Paddockplatz spazieren. Dabei ließen wir sie auch mal schön grasen, da die Paddocks schon jetzt komplett abgegrast waren. Nach dem Spaziergang schauten wir noch ein Weilchen an der Ovalbahn zu. Danach fing es gewaltig an zu regnen und wir beschlossen uns zu unserem Lager zurückzuziehen. Zuerst saßen wir unter dem Vordach des Wohnwagens von Ines Großeltern, doch dann kamen wir auf eine lustige Idee. Da wir auf Dauer nicht mehr sitzen konnten, brauchten wir ein Plätzchen, in dem wir genug Platz hatten zum Liegen. Als wir uns umschauten entdeckten wir als erstes den Hänger. Sofort liefen wir hin und räumten uns genug Platz frei, rollten eine Decke aus nahmen unsere Jacken als Kopfkissen. Als es wieder so fürchterlich anfing zu regnen, hatte es in den Hänger hineingeregnet. So schlossen wir einfach den Hänger ganz. Wenn wir leise waren konnten wir sogar noch den Sprecher der Prüfungen hören und anscheinend hatte es so heftig geregnet, dass das Turnier für ein paar Minuten unterbrochen werden musste. Aber wir bekamen von dem grausamen Wetter überhaupt nichts mit. Wir saßen schön trocken im Hänger.
So gegen Abend fütterten wir unsere Hottis wieder und anschließend wurde noch einmal mit den Berlin-Brandenburgern gegrillt.
Und dann war es soweit. Der große Tanzabend war gekommen. Rechtzeitig gingen Ines, Suffl und Katja schon in die Reithalle, die zur Partyhalle umfunktioniert worden war, und suchten sich ein Plätzchen. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, fing es nun endlich an. Wir sahen zunächst eine Vorstellung von Baden-Würtemberg. War ganz okay in unseren Augen. Dann kam Berlin-Brandenburg und wir können dazu nur sagen: WIR HABEN DEN LADEN GEROCKT!!! Die anschließenden Beiträge waren für uns eigentlich nur noch Nebensache, denn wir warteten nur auf den Moment der Siegerehrung (die Tänze wurden schließlich auch bewertet). Der Sieger gewann einen Reitkurs.
Leider gewannen wir jedoch nicht. Wir wurden nur 4. Platz. Gewonnen hatten letztendlich die Baden-Würtemberger. Unterhaltsam war der Abend trotzdem.


24.07.09 - Freitag

24.07.09 – Freitag

Gefüttert wurde heute um 7:30 Uhr. Als erstes hatte die kleine Tabi ihre Reiterprüfung. Danach hatten Ines und Amira ihre Töltprüfung. Ines ging leider nicht sehr erfolgreich aus der Prüfung. Amira wurde aber ………….. Platz. Danach hatte ich meinen ersten Einsatz in der Viergangprüfung. Für mich lief eigentlich alles ganz gut. Die Noten fielen auch gut aus, waren aber letztendlich ,,nur“ Durchschnitt. Es reichte nur für den 60. Platz. Dazu muss man sagen, dass diese Prüfung auch die meisten Starter hatte (88). Danach hatte ich ja meine Premiere im Dressurreiten. Zufrieden kam ich aus dem Viereck und es reichte schließlich für den 8.Platz.
Kurz danach machten wir uns alle fertig für den großen Aufmarsch aller Teilnehmer. Alle Berlin-Brandenburger sattelten die Pferde. Amira nicht. Sie musste zusammen mit den Deutschen Jugendmeistern des letzten Jahres die Deutschlandflagge tragen.
Wir sammelten uns alle auf dem Abreiteplatz. Dort wurden wir so aufgestellt, wie wir dann auch einreiten sollten. Auch andere Jugendteams wie der IPZV Nord oder der Hessenkader waren dort. Dann ritten wir alle ein. Wir mussten alle eng zusammen rücken. Schließlich sollten 270 Pferde auf die Ovalbahn passen. Aber das war kein Problem. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten mussten wir alle absteigen und ein paar Reden wurden gehalten. Das war eher der langweilige Teil. Nun bekamen wir eine kleine Erinnerung an die DJIM: ein kleiner, holzgeschnitzter und töltener Isländer auf einer Basis, auf der DJIM 2009 draufsteht. Danach wurden noch ein paar Siegerehrungen vorgenommen. Unter anderem auch die Prüfung der kleinen Tabea. Sie hatte den zweiten Platz erreicht und nahm nun einen großen Pokal entgegen. Nachdem alle Siegerehrungen vorgenommen waren, ritten wir wieder von der Ovalbahn und machten noch ein Gruppenfoto der Berlin-Brandenburger.
Die Fotos waren geknipst und wir ritten zurück zu unserem Lager und ließen die Pferde wieder auf die Weide. Für heute ließen wir sie auch dann in Ruhe, fütterten sie nur noch am Abend.
Wir dagegen turnten noch ein Weilchen bei der Ovalbahn herum und verbarrikadierten uns dann wieder, wie am Tag zuvor, im Hänger. Eigentlich wollten wir Katjas Mama noch überreden, dass Katja und Suffl noch den Akustiktölt anschauen, naja okay anhören durften. Doch die wollte wieder zurück ins Hotel. Ines und Amira musste auch früh schlafen gehen, da sie am nächsten Tag die Reiterprüfung morgens um 9:00 Uhr haben werden.


25.07.09 - Samstag

Heute begann die erste und einzige Prüfung von uns: die Reiterprüfung. Amira und Ines starteten gleich in der ersten Gruppe. Amira ritt mit Dyna vorn an der Tete und Ines als dritte Reiterin der Abteilung. Dyna lief vorbildlich ruhig und tat alles, was ihre Reiterin von ihr wollte. Genauso lief es bei Tjörn, wobei das auch keine große Überraschung war, da Tjörn das ja noch aus der Reitschule kannte. Jedenfalls kamen beide mit einem guten Gefühl aus der Prüfung. Nach der Prüfung setzten wir uns wieder für Stunden an die Ovalbahn. Ab und zu nieselte es, aber zwischendurch kam auch die Sonne durch. Wir schauten uns Prüfungen verschiedener Altersklassen an und uns klappte die Kinnlade herunter, was für Pferde die Kinder schon unter dem Sattel haben. Wir sahen schon von Weitem eine riesige ,,Gewitterwand“ auf uns zukommen. Sofort liefen wir schnurstracks wieder zu den Paddocks, um unseren Pferden eine Regendecke aufzulegen. Es sah nämlich echt schlimm aus. Kurz, nachdem wir die Regendecken angelegt hatten, begann es auch schon prompt zu regnen. Es schüttete wie aus Eimern und der Wind war echt gemein. Ich stand noch eine Minute draußen bei Arved, um die Regendecke fest zu machen und ich war danach schon bis auf die Knochen nass. Der Regen dauerte ungefähr eine Viertelstunde an. Danach wieder strahlender Sonnenschein. Wir nahmen die Regendecken wieder an und hingen sie zum Trocknen auf.
Gegen Mittag fuhren Ines, Suffl, Katja und Katjas Mutter nach Lüneburg, um sich dort ein bisschen umzuschauen und zu Mittag zu essen. Wir fanden eine kleine gemütliche Pizzeria, in der es exzellente Pizza und Pasta gab und noch dazu war es gar nicht teuer, da das Restaurant neu eröffnet hatte.
Am Nachmittag waren wir wieder auf dem Turnierplatz angekommen. Dort versorgten wir unsere Pferde nochmals mit Heu und verkrochen uns wieder einmal im Hänger. Es war so gemütlich. Drinnen hörten wir Musik und quatschten ununterbrochen.
Am Abend gab es dann noch Futter für die Pferde und dann verabschiedeten sich Katja, Suffl, Katjas Mutter und Amira mit Familie und fuhren ins Hotel. Am nächsten Tag wird Amira noch zwei Prüfungen reiten und dazu muss sie doch aus ausgeruht sein.


26.07.09 - Sonntag

Der Tag fing normal um acht Uhr an.
Um 10:20 Uhr hatte Amira mit Dyna ihr Fünfgangfinale. Schade, Dyna lief nicht so berauschend. Letztendlich reichte es aber für den vierten Platz. Dafür lief ihr Speedpass danach viel besser. Insgesamt waren nur drei Teilnehmer in der Kinderklasse und Amira hatte Glück. Ihre Zeit war zwar gut, aber nicht die beste. Jedoch sind die Pferde der anderen Kinder immer ausgaloppiert und somit wurde Amira wieder einmal Deutscher Jugendmeister.
Danach hatten die Pferde ihre Mittagspause. Andere Reiter brachen schon ihre Zelte ab und fuhren nach Hause. Wir nicht. Wir wollten noch den ,,Abschlussaufmarsch“ mitmachen.
Dann war es endlich soweit. Die noch da gebliebenen Pferde der Berlin-Brandenburger marschierten zusammen mit den anderen Vereinen auf die Ovalbahn. Dort wurden noch ein paar Siegerehrungen durchgenommen. Unter anderem wurden die Gesamtsieger geehrt. In der Fünfgangkombination wurde Amira noch einmal Deutscher Jugendmeister. Welch eine Ausbeute. Zum Schluss bekam jeder, der keine Schleife gewonnen hatte, noch eine übrig gebliebene Schleife.
Nach dem Aufmarsch verluden wir sofort die Pferde. Während wir auf der Ovalbahn gewesen waren, hatten die Mütter von Ines und Katja schon die Paddocks abgebaut und die restlichen Sachen zusammengepackt.
Nun ging es ab nach Hause: vier Stunden Fahrt über die Dörfer, da die Autobahn gesperrt war.
Auf dem Hof angekommen bekamen die Hottis noch ihr Futter und kamen dann wieder in ihre Paddocks zu ihren Artgenossen.

Insgesamt kann man sagen, dass das für Ines und mich eine Neue Erfahrung war. Für Amira war es ja schon Routine und dementsprechend hatte sie auch abgesahnt. Er war wirklich toll!!

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